- Das ausgefaulte Substrat
wird
aus der Biogasanlage in der Regel mit einem TS-Gehalt von 5 %
ausgetragen, was einem Wassergehalt von ca. 95% entspricht. Dieser
Wasseranteil setzt sich zu ca. 60% aus den zugeführten Abfällen
und zu ca. 30% aus zur Konditionierung notwendigem Mischwasser zusammen. Damit die
am Ende des Verarbeitungsprozesses entstehende Menge an Düngesubstrat
minimiert werden kann (Reduzierung der Lager- und Transportaufwendungen),
muss mindestens der Mischwasseranteil abgetrennt und rezirkuliert
werden.
Hierzu bieten sich unter anderem Verfahren zu mechanischen Fest/Flüssigtrennung
an. Diese haben allerdings den Nachteil, dass im Wasser gelöste
Stoffe wie zum Beispiel Salz nur zum Teil abgetrennt werden.
Außerdem wird für diesen Prozess elektrische Energie
verbraucht, die dem Stromverkauf entzogen wird.
Alternativ
wird hier ein Verfahren zur thermischen Fest/Flüssigtrennung mit mehrstufiger
Vakuumeindampfanlage vorgestellt. Dieses System nutzt die vorhandene
Abwärme des Biogas-BHKW als Antriebsenergie.
Entsprechend des Verhältnisses von zu verdampfender Wassermenge
zur verfügbaren Energie wird die Anlage mehrstufig ausgeführt,
dass heißt die Wärme wird in einer Temperatur und
Dampfdruckkaskade mehrfach genutzt.
Die weiteren in einer Biogasanlage zu realisierenden Prozesse
wie Heizung des Reaktorsystems und ggf. Hygienisierung der Substrate
sind ebenfalls möglich.
Die Beheizung der Reaktoren und des Vorversäuerungstanks
erfolgt mit der Abwärme der letzten Eindampferstufe. Hier
stehen Brüden mit über 50°C zu Verfügung.
Die Erwärmung der Substrate in der Eindampfung, je nach
Betriebsweise auf 80-90°C, ermöglicht eine Hygienisierung
im Rahmen dieses Prozesses. Der Bau separater Hygienisiersysteme,
wie allgemein üblich, kann damit vollständig entfallen.
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- Für Anlagenkonfigurationen,
bei denen eine Vollaufbereitung des Gärsubstrates
gefordert wird, erfolgt eine Eindampfung bis zu einem TS-Gehalt
von 30%. Der Dickstoff wird in einer Wirbelschichttrochnungsanlage zu Granulat getrocknet.
Das anfallende Kondensat wir in einer Umkehrosmoseanlage gereinigt und in einer biologischen
Nachreinigung so aufbereitet, dass es den Direkteinleiterbestimmungen
entspricht.
Das gesamte Eindampfanlage umfasst folgende Teilsysteme:
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- Entgasungs-
und Ansäuerungssystem
Die der Eindampfung zugeführten Substrate müssen entgast
werden, da anderenfalls flüchtige Anteile während der
Eindampfung entstehen und zu störenden Schaumbil-dungen
führen. Diese behindern die hydraulische Zirkulation und
können durch Ein-strömen in den Kondensatraum die Kondensatqualität
erheblich beeinträchtigen.
Die Entgasung erfolgt durch Lufteinblasung über Membranbelüftungssysteme
im Nachgärlager. Hier wird das System der Biogasentschwefelung
im Nassgaslager für diesen Prozess mitverwendet.
Freiwerdendes Kohlendioxid mischt sich im Gasraum mit Biogas
und wird zum BHKW abgeleitet. Außerdem kommt es zu einer
Nitrifikation, dabei wird flüchtiger Stickstoff demobilisiert
und verbleibt bei der Eindampfung im Substrat.
Während dieses Prozesses säuert das Substrat auf, der
pH-Wert fällt auf ca. 5-6.
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- Vakuumeindampfanlage
Die Eindampfung wird im Vakuum betrieben. Hierbei wird der Effekt
genutzt, dass Wasser unter Vakuum bei Temperaturen <100°C
verdampft. Beispielsweise verdampft das Substrat in der letzten
Stufe je nach Betriebsweise bei ca. 55-60°C. Der Dampfdruck
liegt hierbei zwischen 150-200mbar Absolutdruck.
Die einzelnen Stufen der Eindampfanlage sind als Zwangsumlaufverdampfer
ausgeführt. Sie bestehen jeweils aus Rohrbündelwärmetauschern,
Entspanner und Zirkulationspumpe.
Die erste Stufe wird mit Heißwasser aus Motor- und Abgasabwärme
des BHKW be-heizt. Das Substrat wird in den Wärmetauschern
unter leichtem Überdruck erwärmt, strömt dann
in den Entspanner und verdampft unter Verbrauch der zugeführten
Wärme. Der entstehende Brüdendampf wird als Heizmedium
in die Wärmetauscher der nächsten Stufe geleitet, kondensiert
dort unter Wärmeabgabe und wird dem Kondensattank zugeführt.
Der Brüdendampf der letzten Stufe wird im Kondensator verflüssigt.
Der Substratstrom erfolgt von der letzten zur ersten Stufe im
Gegenstrom zur Energie. Damit entfällt die separate Vorerwärmung
auf die Betriebstemperatur der ersten Stufe. Außerdem kann
bei steigendem Trockensubstanzgehalt und damit steigender Viskosi-tät
des Substrates durch Temperaturerhöhung der Druckverlust
und dafür notwendige Pumpenleistung minimiert werden.
Da bei Wärmetauschern Verschmutzungsgefahr durch die Faulsubstrate
besteht, wer-den je Stufe mindestens zwei Wärmetauscher
montiert. Damit ist eine Reinigung im laufenden Betrieb (mit
reduzierter Leistung) möglich, um Stillstandszeiten zu vermeiden.
Die Häufigkeit der Reinigung ist substratspezifisch.
Die Regelung der Eindampfanlage beschränkt sich auf die
Temperatureinstellung der Heißwasserheizung der ersten
Stufe und Füllstandregelungen in den Entspannern aller Stufen.
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- Hygienisierungsstufe
Die Substrate sind aufgrund der dem Biogassystem vorgeschalteten
Verarbeitungsstufen (Zerkleinerung und Suspendierung), dem Ansäuerungs-
und Vergärungsprozess in der Biogasanlage und der Eindickung
durch die Eindampfanlage vollständig homogenisiert und temperiert.
Dabei sind Substrattemperaturen je nach Betriebsweise von bis
zu 90°C möglich.
Damit kann die Hygienisierungsstufe sehr kompakt und kostengünstig
ausgeführt werden. Dem Substrataustrag aus der ersten Stufe
der Eindampfanlage werden zwei isolierte Speichertanks nachgeschaltet,
die jeweils die Kapazität der erforderlichen auf den Anlagendurchsatz
bezogenen Hygienisierungszeit haben. Die beiden Tanks werden
im Wechselbetrieb geschaltet, dass heißt während der
Speicherung des Substrates zur Hygienisierung in einem Tank wird
im anderen der Substratstrom aus der Eindampfung gespeichert.
Nach der Entleerung des ersten Tank wird umgeschaltet. Zirkulations-
und Pumpsysteme sowie zusätzliche Erwärmungseinrichtungen
sind nicht erforderlich. Eine Temperaturüberwachung kontrollierten
den vorschriftsmäßigen Prozess. Fehlchargen während
der Startphase können problemlos wieder zurückgeführt
und nacherwärmt werden.
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- Pheriphere
Systeme
Zusätzlich zu den beschriebenen Anlagenteilen sind folgende
Aggregate für den Betrieb der Eindampfanlage erforderlich:
Rückkühler zum Abführen der Niedertemperaturabwärme
hier kommen je nach Auslegungsfall Trockenkühler oder Nasskühlturm
zum Einsatz. Der Kühler kann bei Stillstand der Eindampfanlage
für die Ableitung der Motorabwärme des BHKW verwendet
werden.
Eine Vakuumpumpe realisiert das erforderliche Vakuum in der Eindampfanlage
und leitet während der Verdampfung entstehende Inertgase
ab.
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